Archive für 27.10.2007

der tag der halben ente

ich glaube, ich hab schon mal erwähnt, dass die männer in taiwan sehr weiblich sind, oder? nein? na dann wird es höchste zeit.
anfangs hab ich mich immer gefragt, warum die mädchen hier alle so zuckersüß sind. so richtig niedlich. so niedlich und süß, dass man fast einen diabetesanfall bei zu langem ansehen bekommt. und dann kreischen die auch immer so rum, wenn sich mehr als vier auf einem haufen befinden. jetzt weiß ich auch wieso: wenn sie weniger „weiblich“ sind, dann gibt es keinen unterschied mehr zu den typen hier. wirklich. abgesehen davon, dass die meisten stricherl sind, tragen die ganzen boybands lippenstift. das ist kein witz. LIPPENSTIFT. in pink. man kann es ganz deutlich auf den werbeplakaten sehen.
weiters ganz groß im kommen hier ist der „man bag“, oder die „murse“ (man purse). wobei ich sagen muss, dass ich keine probleme mit dem man bag habe. ist halt einfach eine umhängetasche. rucksack find ich trotzdem besser, bevorzuge ich persönlich auch. aber die murse?! das ist eine handtasche für männer. sorry, nein. wirklich nicht. das ist ja total unmaskulin. und hier rennt echt jeder damit rum. daran kann ich mich einfach nicht gewöhnen. oder vielleicht will ich mich auch nicht dran gewöhnen. ich freu mich schon auf weihnachten. keine murse. oder hat sich das in wien auch schon durchgesetzt???

auch dachte ich ja bisher, dass das wahrscheinlich schwierigste unterfangen hier der kauf von schuhen sein wird. aber nein. gürtel sind noch viel schwerer zu bekommen. zu mindest welche, die auch zumachen kann. und ja, ich hab eben hüften. find ich auch gut. aber die taiwanesinnen haben keine. und daher sind die gürtel auch zu kurz. ein modell hab ich schließlich gefunden. das hab ich dann gleich gekauft…also, nächstes ding auf meiner „das muss ich in europa kaufen“ liste, sind gürtel. sonst ende ich hier ja frustriert und esse schokolade und dann kann ich mir überhaupt keine gürtel mehr kaufen. nein danke. wirklich nicht.

gestern bin ich abends in die stadt gefahren um mich mit freunden zu treffen. im bus saß eine schwangere taiwanesin neben mir. ich weiß, schwangere frauen können manche aktionen nicht kontrollieren. aber ich bin mir 100 % sicher, dass die genau gewusst hat, dass sie megalaut vor sich hinrülpst. nicht nur einmal. nein. sicherlich vier oder fünf mal. und ich hatte bitte die kopfhörer meines i-pods in den ohren und die lautstärke voll aufgedreht. und trotzdem hab ichs voll laut gehört. aber außer mir scheint das keinem im bus aufgefallen zu sein.
andere länder, andere sitten. aber manches muss man nun echt nicht einreißen lassen.
den abend hab ich mir aber durch die rülpserei keineswegs verderben lassen :) zuerst sind wir arabisch essen gegangen, seeeeehr lecker. nelly, jorge und victor (mexiko), fang fang (GB), ifgenia (russland), karl (australien) und ich. danach sind wir noch in eine bar, in der es zufälligerweise die ganze zeit mexikanische musik gespielt hat. ifgenia war am ende ziemlich schwipsig, obwohl sie eh nur bier getrunken hat. und vodka mag sie keinen. aber echt nett ist sie. obwohl sie diesen typischen russischen „sprich mich bloß nicht an“ gesichtsausdruck hat. aber der kann anscheinend täuschen. sie ist auf alle fälle ein schüchternes, aber sehr nettes moskauer mädel. meine erste russen-bekanntschaft, muss ich sagen.
und karl ist auch super. genialer humor, außerdem hat er seine katze mit nach taiwan gebracht. mein großes vorbild. obwohl ich glaube, er ist ein wenig besessen von katzen. er hat ganz viele bilder von seiner katze auf facebook. und er hat einen man bag. und in dem man bag ist „feuchtigkeitscreme“ für das gesicht. *muahahaha*
und fang fang, von der hab ich ja schon öfters mal geschrieben, oder? sie kommt aus jersey, die größte der vielen inseln zwischen england und frankreich. auf alle fälle, hat sie uns ja schon einige geschichten aus jersey erzählt, scheint eine wunderbare insel zu sein. sie haben ihre eigene regierung, gehören aber, glaub ich, zu GB. auf alle fälle haben sie ihre eigenen pfund noten, die sie sonst nirgends verwenden können, außer auf der insel (die hat rund 90.000 einwohner…). und auf den banknoten ist statt der queen ne kuh drauf. ja, eine kuh. weil die sind dort ganz stolz auf ihre kühe. und einmal ist eine kuh vom schlachter weggelaufen und durch das dach von fang fang‘s haus gestürzt, ins arbeitszimmer ihres vaters. und steuern gibt es auch keine.
und als die queen letztes mal auf besuch war, haben ihr die zwei höchsten earls je eine halbe ente geschenkt, weil das tradition ist. könnt ihr euch das vorstellen? eine halbe ente? die haben ihr das so richtig ehrwürdig überreicht, und fang fang meinte, sie hat etwas die miene verzogen. ich mein, komm, wenn man der queen zwei halbe enten schenkt, dann kann man sie doch wenigstens vorwarnen. da tut sie mir schon sehr leid.
und dann kommt das beste: fang fang: „oh, and you know, my cousin, he lives in this island, by the way, he used to be a pirate…“
das meinte sie ernst. die waren früher alle piraten. also warum schenken sie der queen dann nicht halbe papageien? oder vielleicht haben die statt papageien enten auf der schulter *g*
das sind die lustigen geschichten auf jersey. ich freu mich schon sooooo fang fang dort zu besuchen, wenn wir beide wieder in europa sind. endgeil.

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