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31.1.2008 von marieta.
es ist wirklich nicht auszuhalten. seit wochen regnet es jetzt schon ohne unterbrechung. und kalt ist es auch. der regenschirm geht mir schon sowas von auf die nerven, wirklich, und meine regenbogen gummistiefel sind das einzig bunte in dem grauen nass da draußen. der einzige silberstreif am himmel ist, dass ich morgen abends bereits auf dem weg in ein land bin, in dem es so gut wie nie regnet. australien, ein ganzer monat weg von der nassen insel taiwan…aber gut, darum gehts ja jetzt eigentlich nicht, sondern um die vergangenen wochen…was war da los? eine ganze menge, muss ich sagen…
inkompetenz gepaart mit angst: was einem ausländer wiederfährt wenn er den mund aufmacht
meine mutter hat ja eine reise nach vietnam gemacht und der flug war von der reiseagentur mit zwischenstopp in taipei geplant. für die reisegruppe war eine kurze tour durch taipei geplant, beginnend mit einem abendessen in einem restaurant im zweithöchsten gebäude taiwans. ich hatte mir für später noch einen kinobesuch mit freunden ausgemacht, wollte aber trotzdem noch zu mindest teilweise mit meiner mama zu abend essen. aber wie das so ist, bei reisegruppenessen, zaht sich das alles immer wie irre. und es wurde später und später…und da dachte ich mir eben: bitte ich die nette kellnerin halt, dass sie mir mein essen etwas früher bringt. auf chinesisch natürlich. ich schau sie also an, und sage in meinem schönsten chinesisch: entschuldigen sie bitte, aber könnten sie mir mein essen etwas schneller bringen, ich muss dann nämlich gehen.
sie schaut mich vollkommen entgeistert an, beginnt dann hysterisch zu lachen und flüchtet, nur um den reiseleiter zwei minuten später an unseren tisch zu zerren und ihm zu sagen, dass er doch bitte übersetzen soll, was ich will, denn sie spricht nur chinesisch.
er daraufhin: ähm, das mädchen spricht fließend chinesisch. das kann sie selber.
erstaunen in den augen der kellnerin. diese kuh hat doch tatsächlich aus lauter angst, weil ich sie angesprochen habe, nicht mal mitbekommen, dass ich eh chinesisch geredet habe. das ist das problem der taiwanesen hier mit ausländern: kaum redet sie einer an, zucken sie vollkommen aus, weil sie denken, sie müssen jetzt englisch reden.
fall nummer 2 ereignete sich nur eine knappe stunde nach diesem erlebnis der dritten art. nämlich im kino. der kartenverkäufer war DERARTIG inkompetent und überfordert mit uns fünf ausländern, es war nicht zu packen. zuerst versteht er nicht, in welchen film wir wollen. dann frage ich, was denn ein ticket kostet, er sagt mir den gesamtpreis. ich frage nochmal, er sagt mir nochmal den gesamtpreis. gut, zahl ma halt zusammen. dann kommt er drauf, dass er nicht 5 tickets eingetippt hat, sondern nur 4, er muss uns also noch eines ausstellen. der sitz war dann am ganz anderen ende des saals, und weil wir eh schon spät waren und der film gerade erst angelaufen war, durften ich zum ersten mal seit meiner kindheit wieder mal in der 5. reihe sitzen. war eine interessante erfahrung.
der film war es aber allemal wert, kann ich nur empfehlen: Sweeney Todd, the Demon Barber of Fleet Street.
der fluch der dünnen wände…
dünne wände sind schon sch***, muss ich jetzt mal sagen. vorallem, wenn die mitbewohnerin einen neuen freund hat, und ihn geschlagene zwei wochen jeden abend mitbringt. jeden abend. echt, es war nicht mehr lustig. ich war zwei wochen lang vollkommen unausgeruht, meine ohren haben von der ohrenstöpseln wehgetan und nach hause wollte ich noch weniger als sonst, denn man konnte dem pärchen so gut wie gar nicht entrinnen.
meine freunde hatten alle möglichen ideen:
“wenn sie wieder mal miteinander schlafen, ruf einfach mal die polizei an und sag, du weißt nicht, was los ist, aber da kommen so komische geräusche aus dem nachbarzimmer, und du hast angst um deine mitbewohnerin.”
das hätte ich dann auch wieder nicht gemacht. aber ich war wirklich schon fast so weit, was zu sagen, wären mir die fiji’s nicht zuvor gekommen…nach einer nacht ohne schlaf (dank meiner mitbewohnerin und der dünnen wände) bin ich nach dem mittagessen heimgegangen um einfach mal ein paar stunden durchzuschlafen. in meine decke gewickelt lieg ich also in meinem bett, als ich im wohnzimmer laute stimmen höre. fiji’s lassen die ungarin wissen, dass sie nicht jede nacht ihren freund mitbringen kann, weil sie nur für eine person miete bezahlt und alle anderen in der wohnung außerdem damit stört. das resultat: die ungarin tut das, was ich eigentlich auch gern tun würde - ausziehen.
aber: sie hat sich bei mir entschuldigt und mir sogar schokolade geschenkt. ich wollte gar nicht, dass sie auszieht, sie ist ja ein liebes mädel. darum tut’s mir schon leid. aber ich denk, sie hat es in der neuen wohnung sicherlich netter als hier…
househunting und danshui
andere erwähnenswerte dinge sind, dass ich househunting war. das war eigentlich sehr interessant. claudia sucht ja eine neue wohnung, daher sind wir um die uni herum einfach mal umhergelaufen und haben geschaut, ob irgendwo zimmer vermietet werden. das geht hier nämlich einfach so, man rennt von haus zu haus und schaut, ob irgendwo was angeschrieben steht. ist ganz praktisch, man kann sich so die meisten wohnungen gleich ansehen und spart sich außerdem das geld für den makler.
abgsehen von einer skurrilen russischen vermieterin mit knallroten langen haaren, die glatt hätte als hexe in hänsel und gretel durchgehen können, haben wir einige sehr schöne apartments gesehen. aber leider auch sehr teuer…na gut, ich zieh ja eh nicht aus, aber um es mit den worten von sportfreunde stiller zu sagen: man wird doch wohl noch träumen dürfen…
außerdem hat uns unsere lehrerin letztes wochenende nach danshui, einem vorort von taipei, eingeladen um ihre kinder und ihren mann kennenzulernen. der jüngste sohn ist echt der herzigste. noch keine fünf, aber ein ganz niedlicher. wirklich. aber ein sauwetter hatte es, das ist ja nicht ohne. geregnet ohne ende. womit wir wieder am anfang wären: der regen. vielleicht hat rihanna, als sie diesen nervigen song geschrieben hat, einige wochen auf taiwan verbracht und das wetter hier nicht anders verarbeiten können. wirklich. und ich muss da heute nochmal raus! *wähääääää*
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17.1.2008 von marieta.
meine frisch-gesammelten weisheiten der letzten woche kurz geschildert:
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13.1.2008 von marieta.
…hat sich bis hierher noch nicht wirklich durchgesprochen. wieso ich das weiß? mein leben spielt sich ja größtenteils hier bei starbucks ab. ja, ich gebs zu, ich bin sowohl dem konsumzwang unserer kapitalistisch-orientierten gesellschaft zum opfer gefallen, als auch auf die gemütliche „komm setz dich hin, trink einen kaffee und bleib so lange du willst ohne noch was anderes zu konsumieren“ atmosphäre die hier bei starbucks herrscht. jetzt trink ich eben jeden nachmittag meine signature hot chocolate (die wirklich ausgezeichnet ist) und lerne bei starbucks, so wie 99% prozent der anderen starbucksbesucher hier. während meiner lernsessions bei starbucks entgehen mir, obwohl ich wirklich versuche, mich aufs lernen zu konzentrieren, nicht die manchmal etwas eigenartigen verhaltensweisen der anderen gäste. da sind zum beispiel diejenigen, die mit ihren kaffees kommen, sich hinsetzen, ihre bücher auspacken, nur um dann mit dem kopf auf den am tisch verschränkten händen mal ein ordentliches stündchen zu ratzen. die schlafen einfach. interessant wird es, wenn sich die schläfer nicht allein, sondern zu zweit an einem tisch befinden. man sieht also, wie sich zwei leute gemeinsam an einen tisch setzen, und denkt sich: die tratschen jetzt sicher ganz ausgelassen, oder helfen sich gegenseitig bei den hausaufgaben. aber nein. keine zwei minuten nach ihrem ankommen liegen beide halb am tisch und pennen. das nenn ich ein ausgeprägtes kommunikations verhalten. hat das bitte in europa/österreich schon einmal jemand gesehen? das beweisfoto kann man oben betrachten.
überhaupt scheinen die taiwanesen mit der verbalen kommunikation in starbucks ein problem zu haben, denn unterhaltung die über flüsterton hinausgehen, werden gleich mal mit bösen blicken gestraft. wirklich, kein scherz, in einem „kaffeehaus“! daher sind wir austauschstudenten also eher ungern gesehene gäste, denn wir halten uns da also mal gar nicht dran. und wer kann einem das schon verübeln? mexikaner, briten, australier, österreicher…wir haben nun mal, wie ma bei uns zaus so schön sagt, a gaudi. mit lauten lachern und geschnatter. und obwohl ich ja auch, wie oben bereits erwähnt, wie die meisten anderen starbucksbesucher, dort bin um zu lernen, ist starbucks ja trotzdem immer noch ein öffentlicher ort und für den verbalen austausch gedacht. oder irr ich mich? ich mein, die besten gschichteln werd‘n einfach im kaffeehaus erzählt. oder beim heurigen. aber sowas hier zu finden, ist wahrscheinlich komplett unmöglich. und wer echte lernatmosphäre will, soll doch bitte in die bibliothek gehen.
wer treibt sich sonst noch bei starbucks rum, außer insomniacs, schreihälsen und strebern? wahrsager. oder sowas ähnliches zu mindest. letztens hab ich mich mit meiner taiwanesischen freundin katharina dort getroffen um ein pläuschchen zu halten und zu dinieren. da saß doch am nebentisch echt eine frau, die sich von so einer alten tante die zulunft vorhersagen hat lassen. obwohl - nein - katharina wurde korrigiert, als sie mir erklären wollte, was die tante macht: sie rechnet irgendwelche daten zusammen, fragt mich jetzt echt nicht was sie da dann rausliest. auf alle fälle war eigentlich nicht die wahrsagerin der psycho, sondern eher die frau, der wahrgesagt wurde. die hat sich ständig in meine und katharinas konversation eingemischt. andauernd. ob wir englisch reden. nein, deutsch. und ob ich amerikanerin bin. nein, österreicherin. und ob ich mir nicht auch die zahlen zusammenrechnen lassen will (das hört sich schon so komisch an). na danke, wirklich nicht. auch wenns nix kostet, dass mir die tante erzählt, ich soll möglichst schnell heiraten und kinder kriegen, oder zehn kilo abnehmen oder sowas, das brauch ich echt nicht. dafür hab ich ja meine mitbewohner aus fiji und die alte jeans im kasten, die nicht zugeht. so schauts aus.
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10.1.2008 von marieta.
hoppala - da hab ich doch glatt vergessen, den letzten eintrag vor meiner abreise nach wien hochzuladen. na ja. gibts jetzt halt mal mehr zu lesen. (übrigens werd ich ab jetzt versuchen, meine posts kürzer zu halten…mal sehen, wie das klappt…)
ich bin wieder zurück in meinem anderen leben. hm. eingelebt hab ich mich eigentlich auch schon wieder. und mein chinesisch hat in der kurzen pause auch nicht gelitten. und hier folgt jetzt ein kures resumée über meinen trip heimwärts:
Resumée:
im großen und ganzen muss ich sagen, dass ich eigentlich sehr zufrieden mit meinem trip heimwärts war. gleich nach dem ankommen haben ja sophie und vero für mich ein ganz satanäolügengenialkohöllisches brunch vorbereitet, was das einleben in wien ganz erheblich erleichtert hat, muss ich sagen. danach musste ich auch schon pläne für meine wertvollen zwei wochen machen, was mich eigentlich gar nicht gefreut hat. am anfang hab ich auch die ganze zeit gedacht, dass ich eh ur viel zeit haben werde, was aber im endeffekt dann nicht so war. ich hatte sogar nur sehr wenig zeit. und ich muss auch sagen, dass mich das verhalten von einigen freunden von mir doch sehr verwundert und zum nachdenken angeregt hat…aber gut, ich hab ja nicht wirklich erwarten können, dass alles so ist, wie ich es zurückgelassen habe, nach gut vier monatiger abwesenheit.
weihnachten war sehr unspektakulär und schon, mitternachtsmette eingeschlossen. und dann ging‘s ja auch schon in die schweiz, worüber ich ganz besonders froh bin. denn mein kleines patenkind wird ja am 23. jänner (meinem geburtstag, nur so nebenbei) nach mexiko zurück-übersiedeln und ich werde sie wohl so schnell nicht mehr sehen. mein nächster mexiko-trip ist nämlich nicht vor einem jahr geplant ![]()
und nach der schweiz, ja, was kam da? neujahr. neujahr war sehr schön, mit feuerwerk bei matals. da war alles noch in ordnung. wie einige ja vielleicht wissen, ist am 3. jänner julias schwester tragisch in einer lawine verunglückt. das hat mir, nach miriams tod zu ostern, wieder ins gewissen gerufen, wie wichtig es ist, jeden tag voll auszukosten. das mag jetzt kitschig klingen, aber ich meine das wirklich so. wie ich jetzt erleben musste, weiß man wirklich nicht, ob man morgen überhaupt wieder aufwachen wird.
die letzten zwei tage, meiner „weihnachtsferien“ hab ich dann gemeinsam mit meiner mama in taipei verbracht, was mir besonders gut gefallen hat (nicht nur, im hyatt zu wohnen und für zwei tage luxus auszukosten).
fazit aus meinem kurzbesuch im alten leben: nichts bereuen, den tag leben und dass sich menschen ändern. und andere gott sei dank nicht.
being back again:
wieder zurück zu sein war anfänglich ein sehr seltsames gefühl, ich hab mich erstmal gar nicht an mein zimmer gewöhnen können, und schon gar nicht daran, jeden tag zum unterricht zu gehen und nachmittags zu lernen. inzwischen ist das für mich schon wieder alles alltag geworden und ich freue mich auf meine pause im februar. was die heimreise mir gezeigt hat, ist, dass ich wirklich gerne und vollkommen freiwillig hier in taiwan bin. und das ist schon sehr wichitg.
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