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13.1.2008 von marieta.
…hat sich bis hierher noch nicht wirklich durchgesprochen. wieso ich das weiß? mein leben spielt sich ja größtenteils hier bei starbucks ab. ja, ich gebs zu, ich bin sowohl dem konsumzwang unserer kapitalistisch-orientierten gesellschaft zum opfer gefallen, als auch auf die gemütliche „komm setz dich hin, trink einen kaffee und bleib so lange du willst ohne noch was anderes zu konsumieren“ atmosphäre die hier bei starbucks herrscht. jetzt trink ich eben jeden nachmittag meine signature hot chocolate (die wirklich ausgezeichnet ist) und lerne bei starbucks, so wie 99% prozent der anderen starbucksbesucher hier. während meiner lernsessions bei starbucks entgehen mir, obwohl ich wirklich versuche, mich aufs lernen zu konzentrieren, nicht die manchmal etwas eigenartigen verhaltensweisen der anderen gäste. da sind zum beispiel diejenigen, die mit ihren kaffees kommen, sich hinsetzen, ihre bücher auspacken, nur um dann mit dem kopf auf den am tisch verschränkten händen mal ein ordentliches stündchen zu ratzen. die schlafen einfach. interessant wird es, wenn sich die schläfer nicht allein, sondern zu zweit an einem tisch befinden. man sieht also, wie sich zwei leute gemeinsam an einen tisch setzen, und denkt sich: die tratschen jetzt sicher ganz ausgelassen, oder helfen sich gegenseitig bei den hausaufgaben. aber nein. keine zwei minuten nach ihrem ankommen liegen beide halb am tisch und pennen. das nenn ich ein ausgeprägtes kommunikations verhalten. hat das bitte in europa/österreich schon einmal jemand gesehen? das beweisfoto kann man oben betrachten.
überhaupt scheinen die taiwanesen mit der verbalen kommunikation in starbucks ein problem zu haben, denn unterhaltung die über flüsterton hinausgehen, werden gleich mal mit bösen blicken gestraft. wirklich, kein scherz, in einem „kaffeehaus“! daher sind wir austauschstudenten also eher ungern gesehene gäste, denn wir halten uns da also mal gar nicht dran. und wer kann einem das schon verübeln? mexikaner, briten, australier, österreicher…wir haben nun mal, wie ma bei uns zaus so schön sagt, a gaudi. mit lauten lachern und geschnatter. und obwohl ich ja auch, wie oben bereits erwähnt, wie die meisten anderen starbucksbesucher, dort bin um zu lernen, ist starbucks ja trotzdem immer noch ein öffentlicher ort und für den verbalen austausch gedacht. oder irr ich mich? ich mein, die besten gschichteln werd‘n einfach im kaffeehaus erzählt. oder beim heurigen. aber sowas hier zu finden, ist wahrscheinlich komplett unmöglich. und wer echte lernatmosphäre will, soll doch bitte in die bibliothek gehen.
wer treibt sich sonst noch bei starbucks rum, außer insomniacs, schreihälsen und strebern? wahrsager. oder sowas ähnliches zu mindest. letztens hab ich mich mit meiner taiwanesischen freundin katharina dort getroffen um ein pläuschchen zu halten und zu dinieren. da saß doch am nebentisch echt eine frau, die sich von so einer alten tante die zulunft vorhersagen hat lassen. obwohl - nein - katharina wurde korrigiert, als sie mir erklären wollte, was die tante macht: sie rechnet irgendwelche daten zusammen, fragt mich jetzt echt nicht was sie da dann rausliest. auf alle fälle war eigentlich nicht die wahrsagerin der psycho, sondern eher die frau, der wahrgesagt wurde. die hat sich ständig in meine und katharinas konversation eingemischt. andauernd. ob wir englisch reden. nein, deutsch. und ob ich amerikanerin bin. nein, österreicherin. und ob ich mir nicht auch die zahlen zusammenrechnen lassen will (das hört sich schon so komisch an). na danke, wirklich nicht. auch wenns nix kostet, dass mir die tante erzählt, ich soll möglichst schnell heiraten und kinder kriegen, oder zehn kilo abnehmen oder sowas, das brauch ich echt nicht. dafür hab ich ja meine mitbewohner aus fiji und die alte jeans im kasten, die nicht zugeht. so schauts aus.
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