umbrella…ella…ella…

es ist wirklich nicht auszuhalten. seit wochen regnet es jetzt schon ohne unterbrechung. und kalt ist es auch. der regenschirm geht mir schon sowas von auf die nerven, wirklich, und meine regenbogen gummistiefel sind das einzig bunte in dem grauen nass da draußen. der einzige silberstreif am himmel ist, dass ich morgen abends bereits auf dem weg in ein land bin, in dem es so gut wie nie regnet. australien, ein ganzer monat weg von der nassen insel taiwan…aber gut, darum gehts ja jetzt eigentlich nicht, sondern um die vergangenen wochen…was war da los? eine ganze menge, muss ich sagen…

inkompetenz gepaart mit angst: was einem ausländer wiederfährt wenn er den mund aufmacht
meine mutter hat ja eine reise nach vietnam gemacht und der flug war von der reiseagentur mit zwischenstopp in taipei geplant. für die reisegruppe war eine kurze tour durch taipei geplant, beginnend mit einem abendessen in einem restaurant im zweithöchsten gebäude taiwans. ich hatte mir für später noch einen kinobesuch mit freunden ausgemacht, wollte aber trotzdem noch zu mindest teilweise mit meiner mama zu abend essen. aber wie das so ist, bei reisegruppenessen, zaht sich das alles immer wie irre. und es wurde später und später…und da dachte ich mir eben: bitte ich die nette kellnerin halt, dass sie mir mein essen etwas früher bringt. auf chinesisch natürlich. ich schau sie also an, und sage in meinem schönsten chinesisch: entschuldigen sie bitte, aber könnten sie mir mein essen etwas schneller bringen, ich muss dann nämlich gehen.

sie schaut mich vollkommen entgeistert an, beginnt dann hysterisch zu lachen und flüchtet, nur um den reiseleiter zwei minuten später an unseren tisch zu zerren und ihm zu sagen, dass er doch bitte übersetzen soll, was ich will, denn sie spricht nur chinesisch.

er daraufhin: ähm, das mädchen spricht fließend chinesisch. das kann sie selber.

erstaunen in den augen der kellnerin. diese kuh hat doch tatsächlich aus lauter angst, weil ich sie angesprochen habe, nicht mal mitbekommen, dass ich eh chinesisch geredet habe. das ist das problem der taiwanesen hier mit ausländern: kaum redet sie einer an, zucken sie vollkommen aus, weil sie denken, sie müssen jetzt englisch reden.

fall nummer 2 ereignete sich nur eine knappe stunde nach diesem erlebnis der dritten art. nämlich im kino. der kartenverkäufer war DERARTIG inkompetent und überfordert mit uns fünf ausländern, es war nicht zu packen. zuerst versteht er nicht, in welchen film wir wollen. dann frage ich, was denn ein ticket kostet, er sagt mir den gesamtpreis. ich frage nochmal, er sagt mir nochmal den gesamtpreis. gut, zahl ma halt zusammen. dann kommt er drauf, dass er nicht 5 tickets eingetippt hat, sondern nur 4, er muss uns also noch eines ausstellen. der sitz war dann am ganz anderen ende des saals, und weil wir eh schon spät waren und der film gerade erst angelaufen war, durften ich zum ersten mal seit meiner kindheit wieder mal in der 5. reihe sitzen. war eine interessante erfahrung.

der film war es aber allemal wert, kann ich nur empfehlen: Sweeney Todd, the Demon Barber of Fleet Street.

der fluch der dünnen wände…
dünne wände sind schon sch***, muss ich jetzt mal sagen. vorallem, wenn die mitbewohnerin einen neuen freund hat, und ihn geschlagene zwei wochen jeden abend mitbringt. jeden abend. echt, es war nicht mehr lustig. ich war zwei wochen lang vollkommen unausgeruht, meine ohren haben von der ohrenstöpseln wehgetan und nach hause wollte ich noch weniger als sonst, denn man konnte dem pärchen so gut wie gar nicht entrinnen.

meine freunde hatten alle möglichen ideen:

“wenn sie wieder mal miteinander schlafen, ruf einfach mal die polizei an und sag, du weißt nicht, was los ist, aber da kommen so komische geräusche aus dem nachbarzimmer, und du hast angst um deine mitbewohnerin.”

das hätte ich dann auch wieder nicht gemacht. aber ich war wirklich schon fast so weit, was zu sagen, wären mir die fiji’s nicht zuvor gekommen…nach einer nacht ohne schlaf (dank meiner mitbewohnerin und der dünnen wände) bin ich nach dem mittagessen heimgegangen um einfach mal ein paar stunden durchzuschlafen. in meine decke gewickelt lieg ich also in meinem bett, als ich im wohnzimmer laute stimmen höre. fiji’s lassen die ungarin wissen, dass sie nicht jede nacht ihren freund mitbringen kann, weil sie nur für eine person miete bezahlt und alle anderen in der wohnung außerdem damit stört. das resultat: die ungarin tut das, was ich eigentlich auch gern tun würde - ausziehen.

aber: sie hat sich bei mir entschuldigt und mir sogar schokolade geschenkt. ich wollte gar nicht, dass sie auszieht, sie ist ja ein liebes mädel. darum tut’s mir schon leid. aber ich denk, sie hat es in der neuen wohnung sicherlich netter als hier…

househunting und danshui
andere erwähnenswerte dinge sind, dass ich househunting war. das war eigentlich sehr interessant. claudia sucht ja eine neue wohnung, daher sind wir um die uni herum einfach mal umhergelaufen und haben geschaut, ob irgendwo zimmer vermietet werden. das geht hier nämlich einfach so, man rennt von haus zu haus und schaut, ob irgendwo was angeschrieben steht. ist ganz praktisch, man kann sich so die meisten wohnungen gleich ansehen und spart sich außerdem das geld für den makler.

abgsehen von einer skurrilen russischen vermieterin mit knallroten langen haaren, die glatt hätte als hexe in hänsel und gretel durchgehen können, haben wir einige sehr schöne apartments gesehen. aber leider auch sehr teuer…na gut, ich zieh ja eh nicht aus, aber um es mit den worten von sportfreunde stiller zu sagen: man wird doch wohl noch träumen dürfen…

außerdem hat uns unsere lehrerin letztes wochenende nach danshui, einem vorort von taipei, eingeladen um ihre kinder und ihren mann kennenzulernen. der jüngste sohn ist echt der herzigste. noch keine fünf, aber ein ganz niedlicher. wirklich. aber ein sauwetter hatte es, das ist ja nicht ohne. geregnet ohne ende. womit wir wieder am anfang wären: der regen. vielleicht hat rihanna, als sie diesen nervigen song geschrieben hat, einige wochen auf taiwan verbracht und das wetter hier nicht anders verarbeiten können. wirklich. und ich muss da heute nochmal raus! *wähääääää*

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