Archive für 5.3.2008

Die Herrschaft der tasmanischen Schafe

  • Hobart

Melbourne zu verlassen, ist mir schon schwer gefallen. Einfach aus dem Grund, weil ich, wie schon erwähnt, mich total in die Stadt verliebt habe. Aber wirklich total! Tasmanien ist aber auch nicht schlecht, und Hobart ein ganz nettes Städtchen. Ich konnte hier bei dem Stiefsohn von einem Freund meines Papas wohnen, was nach den ganzen Hostels eine sehr willkommene Abwechslung ist. Andreas wohnt mit noch zwei Mädels zusammen, Heather und Elsa. Heather hab ich gleich mal voll erschreckt, als ich abends aus der Stadt heimgekommen bin (was eher schwierig war, weil das Haus auf einem Berg liegt und der Bus nur alle Stunden dorthin fährt. Außerdem muss man vorher erst mal rausfinden, welcher Bus das jetzt eigentlich ist, und wenn jemand schon mal versucht hat, Buspläne in Tasmanien zu lesen, der weiß, was das heißt.) Also auf alle Fälle hat Andreas keinem gesagt, dass ich komme. Nach kurzem Schockmoment war das aber alles kein Problem, und angeblich hat er das auch schon öfter mal gemacht. Heather, Elsa und ich haben dann auch gleich mal unsere Mädelsfreundschaft mit Baileys begossen und Pasta gekocht. Hmmm…lecka, lecka…am nächsten Tag konnte ich auch - Gott sei Dank - meinen Mietwagen abholen. Das war so eine herzige kleine Blechschüssel, der die Steigungen in der Stadt fast nicht gepackt hat und Benzin schlucht wie verrückt. Außerdem fährt man in Australien ja links, was die erste halbe Stunde mehr als gewöhnungsbedürftig, aber danach eigentlich gaz fix ging. Am Strand war ich außerdem auch - aber das Meer ist so verdammt kalt. Simone, die ich in Taiwan kennengelernt habe, hat mir erklärt, das kommt daher, dass das Wasser direkt vom Südpol kommt. Na simma mal wieder schlauer als vorher, oder?

  • Tasman Peninsula und Tasman Highway

Mit dem Auto ging’s dann am nächsten Tag auch gleich los - die Insel erkunden. Ein Teil nah bei Hobart, der besonders schön ist, ist die Tasman Peninsula, mit tollen Buchten und niedlichen kleinen Städtchen. Weiter entlang der Ostküste verläuft der Tasman Highway, der zwar schon sehr schön, aber leider nur Streckenweise der Küste entlang geht. Wenn man dann aber das Meer sehen kann, dann ist das besonders schön. Vorallem im milden Abendlicht gibt es eigentlich wenig, was die Stimmung ruinieren kann. Nur vielleicht…das ständig bäääähhh im Hintergrund. In Tasmanien gibt’s nämlich die meisten Schafe, die ich je gesehen habe. Sie sind überall! Links, rechts, beim Meer, auf den Bergen…unfassbar. Um den Schafen ein bisschen zu entkommen, hab ich mein nächtliches Quartier in dem niedlichen Örtchen Namens Swansea aufgeschlagen. Zu meinem Pech nur schien Rentnerurlaubssaison zu sein, und fast alles war ausgebucht. Bis auf ein kleines Bed and Breakfast, ich kann euch gar nicht sagen, wie lang ich mich schon nicht mehr mit einem spitzenbesetzten Deckchen zugedeckt habe.

Was mir sonst noch auf meinem Weg nach St. Helens aufgefallen ist, sind die vielen totgefahrenen Tiere am Straßenrand. Das ist schon schlimm, alle zehn Minuten siehst du irgendein totes Opossum oder Wallaby…was nochmal dafür spricht, dass Australier einfach nicht Auto fahren können. Die bekommen immer so schnell Ansgt, und dann schleichen sie dahin auf der Landstraße. Und ich will überholen, aber in der kleinen Reisschüssel geht das so schwer, weil, im vierten tut sich da wirklich nichts…manchmal auch nicht im dritten, und dann tut’s mir besonders weh, noch einen Gang runter zu schalten…

Und: Schafe haben versucht, mein Auto in ihre Gewalt zu bringen. Es waren sooo viele, mitten auf der Straße, ich weiß gar nicht, wie es geschafft habe, heil da wieder rauszukommen. Also, an alle: Schafe können gemein sein. Sie schauen zwar wuschig, weiß und fluffig aus, aber davon darf man sich einfach nicht hinters Licht führen lassen!

  • der letzte Tag in Hobart

mein letzter Tag in Hobart war leider total verregnet. Aber das hat Elsa und mich nicht davon abgehalten, den Salamanca Markt abzustrandeln, was wirklich total nett war. Ich war schon so lange nicht mehr auf einem Markt bei Tageslicht, weil ich Taiwan heißt das ja treffend “Nachtmarkt”, daher sieht man dort die Sonne eher selten…leckeres indisches Mittagessen war auch drin, und abends noch ein Treffen mit Simone und Enrique, der auch in Australien unterwegs war und hier in Taiwan mit mir studiert. Ich hab als Nachspeise wohl die beste heiße Schokolade seit langem getrunken…ich kann sie jetzt noch schmecken….

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